Immer mehr Wasserbüffel auf Weiden - Expertin: Tiere brauchen Suhlen

Angesichts der steigenden Zahl von Wasserbüffeln in der Tierzucht fordert die Veterinärin Isabelle Kordian eine Anpassung des Tierschutzrechts. Es gebe immer noch Landwirte, die irrtümlich meinten, die Büffel bräuchten keine Suhle, um sich abzukühlen, erklärte die auf Wasserbüffel spezialisierte Tierärztin am Dienstag auf Gut Giesenhagen nahe Großalmerode (Werra-Meißner-Kreis). Dort schulte das Regierungspräsidium Kassel Tiergesundheitsaufseher, die im Auftrag von Landkreisen und Städten artgerechte Tierhaltung überwachen.


Ein Schlammloch sei für eine artgerechte Haltung der Büffel nötig. Bisher könnten Landwirte nicht dazu gezwungen werden, weil die Tiere rechtlich als Rinder zählten, erklärte Kordian: «Da muss dringend ein Extra-Kapitel in die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung.» Laut der Tierärztin ist die Zahl der Wasserbüffel in Deutschland rasant gestiegen: von 500 Tieren im Jahr 1999 auf zuletzt über 6000. Laut dem Regierungspräsidium Kassel gibt es mittlerweile zwölf Haltungen in Ost- und Nordhessen, 15 in Südhessen. Für Mittelhessen hatte das Regierungspräsidium Gießen keine Zahlen.


Auf Gut Giesenhagen leben 19 Wasserbüffel. Sie werden für die Landschaftspflege auf Wiesen eingesetzt, die für Schafe zu feucht sind. Ihr Fleisch wird über Biobetriebe und Direktverkauf vermarktet, zudem wird die Milch für Mozarella-Herstellung genutzt. Auf den Weiden stauten die Tiere auch selbstständig Bäche an und bauten sich Suhlen, sagte Bio-Landwirt Burkhard Ernst.

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